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2014 Escapes AVR/Dippmann - Fundraiser

Dez 19, 12:52 by Ivonne Dippmann

>>Expose Escapes Download_Expose E/Scapes_German Version.pdf<<
>>English Version Download_About E/Scapes_English.pdf<<


FUNDRAISER 2014 – aktuell / recent ESCAPES – das Verschwinden aus der Landschaft

Ein textilbasiertes Kooperationsprojekt, das von zwei Berliner Künstlerinnen, Andrea van Reimersdahl und Ivonne Dippmann, im November 2013 ins Leben gerufen wurde.


Design Reimersdahl Dippmann, Kombination Mehrfarbdruck auf Jersey

Anliegen
Diese Kooperation verfolgt das Ziel, eine Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und Mode zu realisieren, die sich zum einen den Raffinessen und handwerklichen Möglichkeiten des Textil- und Druckhandwerkes aus dem uns bekanntem Modekontext bedient und sich zum anderen die Exklusivität des Unikats im klassischen Kunstkontext zu eigen macht.

Der Dialog, bzw. der hier angedachte geografische Handlungsspielraum, findet zwischen den beiden Metropolen Berlin (Reimersdahl) und Tel Aviv (Dippmann) statt. Beide Künstlerinnen entwerfen hierbei prozesshaft ihr eigenes persönliches Verhältnis; sowohl zum Landschaftsbegriff im urbanen Raum per se als auch zum Phänomen des Vergehens oder des ”Herausgerissenwerdens“.

Kontext
Die Landschaft, in der Kunst historisch betrachtet, ist ein ausgewählter, strukturierter und manipulierter Teil der eigenen Erfahrungswelt, die oft mehr über den Betrachter als die Gegend selbst verrät. So sind oftmals Menschen und nicht Natur der eigentliche Gegenstand der Landschaftsanschauung. Betrachtet man die Landschaft in der Literatur mit Cassirer ‘als ästhetischen Raum‘, so ist sie kein ”bloßes passives Nachbilden der Welt“ sondern ”ein [...] Verhältnis, in das sich der Mensch zur Welt setzt.“¹


Studie; Ivonne Dippmann, Berlin 2014, A3, Tusche auf Transparentpapier, Unikat, Signiert

Mit dem Verschwinden eines Menschen von einem Ort beginnt zugleich der Diskurs der Vergangenheit – in Form der Erinnerung und auch das damit einhergehende Vergessen. Das trifft in gleicher Weise sowohl für den Ort als auch den Menschen zu. Escapes formuliert in verschiedenen Arbeitsetappen die Charakteristik eines Ortes und stellt sich die Frage was passiert, wenn der Mensch diese Beziehung verliert oder sie erst gar nicht zu bestimmen vermag.

Aktuell, ein Jetztbericht
Die Auseinandersetzung mit dem Thema der Flucht oder auch milde ausgedrückt „des Verschwindens“ scheint unter Anbetracht der aktuellen Flüchtlingsthematik offensichtlich. Nach den globalen Statistiken der UNHCR befinden sich derzeit weltweit fast 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht. 16,7 Millionen von ihnen gelten nach völkerrechtlicher Definition als fliehen.²

Ergebnis
Basierend auf einem schlichtweg analogen Fertigungsansatz im Druck- und Herstellungsverfahren, ist eine Edition von 40 – 60 Einzelstücken vorgesehen, die sowohl tragbarer als auch experimentellerer, skulpturaler Natur sind.

In der Weiterentwicklung dieses Projektes sind zwei fotografische Inszenierungen in den jeweiligen Städten, o.a. dem angrenzendem Umland geplant. – In Berlin unter dem Deckmantel der Winterlandschaft und als Gegenbild dazu in der Negevwüste in Israel. Umrahmt wird das Thema der “Landschaft” und “des Fliehens” durch ausgewählte Texte verschiedener Autoren aus beiden Ländern.

Biografisches Van Reimersdahl wie auch Dippmann wurden in Städten sozialisiert, die beide von der damaligen Textilindustrie und Textilherstellung signifikant geprägt waren, Bocholt und ehemals Karl-Marx-Stadt.


www.van-reimersdahl.com
www.ivonnedippmann.eu



¹ Cassirer, Ernst: Mythischer, ästhetischer und theoretischer Raum, in: Ritter, Alexander (Hg.): Landschaft und Raum in der Erzählkunst, Darmstadt 1975, S.17-35, hier: S.29f.
² Die sieben größten Herkunftsländer von Flüchtlingen sind Afghanistan – 2,5 Millionen, Syrien – 2,4 Millionen, Somalia – 1,1 Millionen, Sudan – 649.300, Demokratische Republik Kongo – 499.500, Myanmar – 479.600, Irak – 401.400. Die fünf größten Aufnahmeländer von Flüchtlingen sind: Pakistan – 1,6 Millionen, Iran – 857.400, Libanon – 856.500, Jordanien – 641.900 und die Türkei – 609.900.